Nach dem großen Erfolg von Air Ways in der Spielzeit 2010.2011 ist Mirage die zweite Produktion, die Choreographer in Residence Guy Weizman mit seiner Partnerin Roni Haver für die Tanzcompagnie entwickelt. Erstmals kommt es dabei auch zu einer engen Zusammenarbeit der Groninger und Oldenburger Tänzer, die in Mirage gemeinsam auf der Bühne stehen werden. Neben den Vorstellungen im Großen Haus wird diese Produktion auch in zahlreichen niederländischen Theatern als Gastspiel unter dem Titel Miraculous Wednesday zu sehen sein.
Dass Zeit eine verlässliche und messbare Unterteilung des Lebens darstellt, scheint nicht mehr zu gelten. Heute bestätigt auch die Wissenschaft, dass Zeit eine subjektive Wahrnehmung ist. Es scheint nicht einmal völlig ausgeschlossen, dass sie tatsächlich rückwärts laufen kann. Diese Unsicherheit deckt sich mit unserem Bemühen, die Zeit zu manipulieren: um schmerzhafte Prozesse rückgängig zu machen, Glück anzuhalten oder Erfolg zu wiederholen.
Film, Video und Animation nutzen oft sehr unterschiedliche Methoden, um eine unnatürliche Wahrnehmung von Zeit zu erzeugen. Zeitlupe, Schnelllauf, Standbild, Rücklauf oder Wiederholung verhelfen dem Betrachter zu Informationen, die ihm sonst verloren gegangen wären. Weizman und Haver fügen diese Mittel in ihre ebenso emotionale wie physische Tanzsprache ein.
Nicht die Unmöglichkeit die Zeit zu manipulieren, sondern unser Bedürfnis sie zu kontrollieren, ist das zentrale Motiv von Mirage.
Choreografie: Guy Weizman und Roni Haver
Komonist: David Dramm
Bühne: Ascon de Nijs
Kostüme: Slavna Martinovic
Licht: Wil Frikken