Gezeigt werden Skulpturen, Videoinstallationen und Materialcollagen.
Dabei sind sowohl einzelne als auch gemeinschaftlich entstandene Arbeiten zu sehen, bei denen sich die Künstlerinnen in einen Dialog begeben. So lautet auch der Titel einer Installation „Dialog“ und stellt eine Verbindung von Videoprojektion und Skulptur dar. Auf einen abstrahierten menschlichen Kopf, die Skulptur, werden nacheinander in fließender Folge fotografische Portraits unterschiedlicher Personen projiziert. Die Fotoprojektionen vertreten das Flüchtige, Vorübergehende in der Ausprägung des Menschlichen, das menschliche Individuum. Die abstrahierte Skulptur des menschlichen Kopfes bildet die Verallgemeinerung der menschlichen Physiognomie ab. Portraitfotos und Skulptur treten durch die Projektionen nicht nur inhaltlich in einen Dialog, sondern binden auch die zeitliche Entwicklung eines „Gesprächs“ mit ein.
Bei einer weiteren Gemeinschaftsarbeit mit dem Titel „Weltenbaum“ handelt es sich um eine Materialcollage aus Zivilisationsmüll. In vielen Kulturen, so Martina Breuker und Christa Müller, gilt der Weltenbaum als Sinnbild des menschlichen Lebensraumes. Der „Weltenbaum“ symbolisiert den Zustand der Erde durch den Eingriff des Menschen in das Ökosystem.
Christa Müller beschäftigt sich bei ihren Skulpturen immer wieder mit der organischen Form. An ihr, so sagt sie, kommt man nicht vorbei. Sie springt uns überall in der Natur entgegen. Aus unterschiedlichen Natursteinen entstehen Skulpturen - mit menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Formen - in unterschiedlichen Abstraktionsgraden. Dabei versucht die Künstlerin, eine Einheit herzustellen aus Idee, Material und Volumen. Oft liegt das Ausgangsmotiv in der menschlichen Figur. Nach einem Prinzip der Vereinfachung sucht sie in ihrer Arbeit nach einer Art Kern, der der menschlichen Existenz zugrunde liegen könnte und versucht, durch Abstraktion und Reduktion eine Verknüpfung von Figur und Abstraktion darzustellen. Ästhetische Prinzipien aus Formenverhältnissen der Natur sowie der Wunsch nach archaischer Vereinfachung bilden dabei die Grundlage.
Ein weiteres Thema sind die sogenannten Shaktis, ein Begriff, welcher im Hinduismus für die weibliche Urkraft des Universums steht, die die aktive Energie darstellt (wikipedia). Von Christa Müller in einem Flussbett gefundene Marmorbrocken sind es, die sie „Shakti“ nennt und welche im Laufe der Zeit so weit verschliffen sind, dass sie fast wie Urbilder der organischen Formensprache anmuten. Die Shaktis wirken trotz ihrer Starrheit wie bewegliche Wesen, da sie durch ihre dreifüßige Basis einen allgemeinen Ausdruck des Lebens und eine (stille) Dynamik erhalten. Ihre „Körper“ sind geschliffen und poliert, die durch exakte Linien abgesetzten „Füße“ heben sich durch ihre matt belassene Oberfläche ab. Es reizt die Künstlerin, diese Shaktis aus unterschiedlichen Gesteinen zu arbeiten, sie zu variieren und weiterzuentwickeln.